
Eine aktuelle globale CEO-Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) ergab, dass das Vertrauen der CEOs in Hongkong in das globale Wirtschaftswachstum von 62 % im Vorjahr auf 70 % in diesem Jahr gestiegen ist, während ihr Vertrauen in die regionale Wirtschaft von 40 % im Vorjahr auf 61 % in diesem Jahr zunahm. Fast alle CEOs in Hongkong (98 % im Vergleich zu 87 % weltweit) blicken optimistisch auf das Umsatzwachstum der nächsten drei Jahre, bleiben aber kurzfristig vorsichtig.
Li Shangyi, stellvertretende Vorsitzende und Managing Partner von PwC China, erklärte: „Diese Umfrage wird seit 29 Jahren durchgeführt und umfasst 4.454 CEOs aus 95 Ländern und Regionen. Die diesjährigen Ergebnisse zeigen, dass Hongkonger Unternehmen zuversichtlich in ihre langfristigen Perspektiven blicken. Bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) weisen Hongkonger Unternehmen eine höhere Risikotoleranz für Innovationen auf als ihre internationalen Wettbewerber. Cybersicherheit und Daten-Governance haben für Hongkonger CEOs jedoch höhere Priorität als für ihre Kollegen in anderen Teilen der Welt. Wir gehen davon aus, dass dies die Umsetzung umfassenderer strategischer Initiativen verlangsamen könnte.“
Dies lässt sich möglicherweise durch die M&A-Aktivitäten bestätigen, da CEOs in Festlandchina und Hongkong als konservativer gelten als ihre internationalen Kollegen. Li Shangyi erklärte: „Unsere Umfrage ergab außerdem, dass 81 % der CEOs in Hongkong keine größeren Akquisitionen getätigt haben. Diese Fokussierung auf das Kerngeschäft mag zwar kurzfristig effektiv sein, könnte aber langfristig zu ungelösten Kompetenzlücken führen.“
KI-Anwendungen treiben das Umsatzwachstum und die Kostenoptimierung in Hongkong voran. 58 % der CEOs in Hongkong gaben an, dass KI zu Umsatzsteigerungen geführt hat (im Vergleich zu einem globalen Durchschnitt von 29 %). Auch der Anteil der Unternehmen in Hongkong, die sowohl Umsatzwachstum als auch Kostensenkung erzielen, ist höher als im globalen Vergleich (17 %). Die weitverbreitete Anwendung von KI führt jedoch unweigerlich zu einer Vergrößerung der Angriffsfläche, wodurch Cybersicherheit noch dringlicher wird.
Fong Wan-hsuan, Leiterin der Nachhaltigkeitszertifizierung bei PwC, erklärte: „Hongkongs Innovationsstärke basiert auf einem soliden Fundament, insbesondere im Bereich der KI. Unsere Untersuchungen zeigen, dass CEOs in Hongkong ihre globalen Kollegen in einigen Schlüsselfaktoren deutlich übertreffen. Zu diesen Faktoren zählen: eine innovationsfreundliche Kultur (Hongkong 76 %; weltweit 69 %), die einfache Integration von Technologien (Hongkong 87 %; weltweit 67 %) und die Fähigkeit, die richtigen Talente zu gewinnen (Hongkong 74 %; weltweit 42 %).“
Eine Studie von PwC zeigt, dass Cyberresilienz zu einem entscheidenden Faktor für den Geschäftserfolg geworden ist: CEOs in Hongkong halten Cyberrisiken sogar für bedrohlicher als geopolitische Instabilität. 56 % der Hongkonger CEOs sehen Cyberrisiken als ihre größte Bedrohung – fast doppelt so viele wie im globalen Durchschnitt (31 %). Gleichzeitig ist eine solide Daten-Governance unerlässlich: 68 % der Hongkonger Unternehmen unterliegen strengen Kontrollen ihrer Stakeholder hinsichtlich Datennutzung, Datenschutz und Transparenz – deutlich mehr als im globalen Durchschnitt (39 %).
Im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern weisen Hongkonger Unternehmen eine höhere Risikotoleranz bei Innovationen auf (56 % in Hongkong; 26 % weltweit). Sie profitieren zudem von einer gut ausgebauten Infrastruktur und einem einfacheren Zugang zu Innovationszentren und Gründerzentren (33 % in Hongkong; 23 % weltweit). Einrichtungen wie die Wissenschaftsparks Hongkongs sowie die Kooperationsmöglichkeiten mit Partnern in der Greater Bay Area bieten Hongkonger Unternehmen hervorragende Voraussetzungen für die Durchführung von Innovationsexperimenten.
Wie bereits erwähnt, planen 81 % der Hongkonger Unternehmen keine größeren Übernahmen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 31 % im Jahr 2025 und weit über dem globalen Durchschnitt von 46 %. Diese strategische Ausrichtung der Hongkonger CEOs steht im starken Kontrast zu ihren ausländischen Kollegen, die deutlichere Investitionsabsichten zeigen. 11 % der CEOs weltweit nennen Festlandchina als eines ihrer drei wichtigsten ausländischen Investitionsziele, gegenüber 9 % im Vorjahr. Mit Chinas wachsender Bedeutung als M&A-Standort wird Hongkong von seinen einzigartigen Vorteilen als Tor zum Weltmarkt profitieren.
Für chinesische CEOs bleiben die USA zwar weiterhin das wichtigste Investitionsziel, doch ihre Auswahlmöglichkeiten haben sich diversifiziert, mit zunehmendem Interesse an Märkten wie Malaysia, Vietnam und den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Reporter: Han Shang)