![[Eine neue Perspektive] Der Wert multisensorischer Kunst](/upload/20260209/b9ac860b1ddaa6.webp)
Professor Leung Kong-Sang, Finanztechnologie und Datenanalyse, Universität Chester, Großbritannien
In einer Zeit, in der künstliche Intelligenz (KI) es immer einfacher macht, Bilder und Stile zu reproduzieren, müssen Kunstausstellungen zu einer fundamentaleren Ebene zurückkehren, wenn sie ihren Wert behalten wollen: den Menschen zu ermöglichen, Dinge mit ihrem Körper und ihrer Zeit zu erleben.
Dieses Erlebnis lässt sich weder herunterladen noch durch Algorithmen ersetzen; es ist das wichtigste Gut der zukünftigen Kultur- und Kunstwirtschaft und ein konkreter Ausdruck der Erlebnisökonomie im Kulturbereich. Wenn das Publikum unzählige Werke auf seinen Smartphones sehen kann, wird es für exklusive Kunsträume, die ausschließlich visuelle Präsentationen anbieten, schwierig, sich zu differenzieren. Entscheidend sind vielmehr jene Orte, die Erlebnisse bieten, die sich nicht digitalisieren lassen, darunter Raumwirkung, sinnliche Eindrücke und die Interaktion zwischen Menschen.
Der kuratorische Rahmen wurde geändert, um den Fokus auf die fünf Gesichtsmerkmale zu legen.
Mir ist aufgefallen, dass einige Ausstellungen in Hongkong in letzter Zeit bewusst die Kunst von der rein visuellen Erfahrung befreien und stattdessen die „fünf Sinne“ als kuratorischen Rahmen nutzen. Ein aktuelles Beispiel ist die Ausstellung „Life Never Ends“ im Ziyun Pavilion, die vier repräsentative chinesische Künstler mit ihren Gemälden und Skulpturen vereint und bis zum 27. Februar 2026 läuft.
Diese vier Künstler stammen aus unterschiedlichen kreativen Bereichen, doch ihre Werke weisen eine Gemeinsamkeit auf: Sie betonen die Spiritualität und das Zeitgefühl hinter der Form, anstatt bloß visuelle Reize zu bieten. Ob es sich um eine strukturell strukturierte Skulptur oder ein Gemälde mit kalligrafischen und rhythmischen Qualitäten handelt – sie alle zielen auf die Erforschung innerer Ordnung und des Flusses des Lebens ab. Dieser Ansatz macht die Werke eher geeignet für eine langsame Betrachtung als für den schnellen Konsum.
Diese Ausstellung ist als multisensorisches Erlebnis konzipiert. Neben der visuellen Betrachtung wird der Ausstellungsraum durch dezente Aromatherapie mit olfaktorischen Nuancen erfüllt. Live-Auftritte chinesischer und westlicher Musikinstrumente schaffen eine stimmungsvolle Klangatmosphäre, während Tee und Whisky das Geschmackserlebnis bereichern. Darüber hinaus ermöglichen die detailreichen Schmuckstücke und Teegeschirre den Besuchern, die Handwerkskunst haptisch zu erleben. Diese Gestaltung verwandelt die Ausstellung von einer bloßen Kunstbetrachtung in ein Eintauchen in eine kulturelle Szene.
Multisensorische Erlebnisse verlängern die Verweildauer der Besucher.
Darüber hinaus ist dieses Design aus geschäftlicher und marktorientierter Sicht nicht nur romantisch, sondern auch hochstrategisch. Multisensorische Erlebnisse können die Verweildauer der Besucher deutlich verlängern und hinterlassen mit größerer Wahrscheinlichkeit einen bleibenden Eindruck. In Zeiten der Informationsflut sind körperliche Erfahrungen oft wertvoller als visuelle Eindrücke.
Dasselbe gilt für Sammler. Der Wert eines Kunstwerks erschließt sich nicht allein aus Marktdaten, sondern auch aus den Emotionen und dem Kontext, die mit dem Betrachten und der Auseinandersetzung damit verbunden sind. Wenn ein Werk in ein Erlebnis mit Klang, Geruch und Wärme eingebettet ist, verstärkt sich seine Bedeutung im Herzen oft.
Dies erklärt auch, warum exklusive Galerien und Kulturräume in den letzten Jahren zunehmend Wert auf ein ganzheitliches Sinneserlebnis legen, anstatt sich nur auf die ausgestellten Gemälde zu konzentrieren. Die Organisatoren dieser Veranstaltung sind sogar dafür bekannt, solche multisensorischen Kulturerlebnisse zu kuratieren. Besucher kommen daher nicht einfach nur, um eine Ausstellung zu sehen, sondern um in einer sorgfältig gestalteten sinnlichen und kulturellen Atmosphäre tiefere Verbindungen und Erinnerungen zu knüpfen.