US-Medien berichteten am Freitag (27.), dass US-Vizepräsident Vance Anfang der Woche ein sehr angespanntes und schwieriges Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu geführt habe. Vance kritisierte Netanjahu in dem Gespräch scharf und warf ihm vor, die Möglichkeit eines Sturzes des iranischen Regimes übertrieben dargestellt und die Erwartungen der USA hinsichtlich eines Krieges in die Irre geführt zu haben.

▲Vance (links) kritisiert Netanyahu (rechts) in einem Telefonat scharf.
Laut Axios, die sich auf ungenannte US-Beamte berufen, geriet das Gespräch ins Stocken. Vance war äußerst unzufrieden mit Netanjahus optimistischen Prognosen zur Lage im Iran.
Der Beamte enthüllte, dass Netanjahu vor Kriegsausbruch gegenüber US-Präsident Trump damit geprahlt hatte, ein Regimewechsel im Iran sei „einfach“ und weitaus wahrscheinlicher, als er tatsächlich war. Doch als der Krieg in seinen 28. Tag ging, brach das iranische Regime nicht wie erwartet zusammen, und Vance zeigte sich diesbezüglich „sehr nüchtern“ und stellte Netanjahus militärische Einschätzung direkt infrage.
Der Bericht behauptet weiterhin, Israel habe nach dem unangenehmen Telefonat Vergeltungsmaßnahmen ergriffen. US-Quellen werfen Israel vor, hinter einer Reihe jüngster Berichte zu stecken, wonach der Iran das Weiße Haus umgeht und ausschließlich mit Vance verhandeln will.
Quellen gehen davon aus, dass es sich hierbei eindeutig um eine „systematische Operation“ Israels gegen Vance handelt, die darauf abzielt, Zwietracht zwischen Trump und Vance zu säen und dadurch Vances Einfluss auf die Iran-Politik zu schwächen.
Externe Analysten glauben, dass die internen Machtkämpfe zwischen Vance und Netanjahu eine ernsthafte strategische Meinungsverschiedenheit im Weißen Haus widerspiegeln, nämlich ob man einen „letzten Schlag“ führen soll, um das Teheraner Regime vollständig zu stürzen.
Obwohl die US-israelische Koalition derzeit Luftangriffe gegen iranische Atomanlagen startet, ist die Frage, ob Bodentruppen ins iranische Hinterland eindringen sollen, in Washington weiterhin umstritten.