Henry C. Lee, ein international anerkannter forensischer Experte, der als „chinesischer Sherlock Holmes“ gefeiert wurde, ist am Freitag (27.) im Alter von 87 Jahren friedlich in seinem Haus in Nevada, USA, verstorben.

▲ Webseite der Universität von New Haven
Selbst auf dem Sterbebett blieb er der Wissenschaft treu und schrieb an einem neuen Buch über vermisste Personen.
Laut einer gemeinsamen Erklärung der Universität New Haven und seiner Familie widmete sich Henry Lee bis zu seinem Lebensende der Forschung und arbeitete zuletzt an einem neuen Buch über Vermisstenfälle. Diese Legende wurde 1938 in Jiangsu geboren und zog später mit seiner Familie nach Taiwan. 1960 schloss er die Zentrale Polizeiakademie ab. Mit 22 Jahren wurde er Taiwans jüngster Polizeisergeant. 1964 ging er für weitere Studien in die Vereinigten Staaten und promovierte an der New York University in Biochemie. Damit begann seine legendäre Karriere in der amerikanischen Forensik.

Seit seinem Eintritt in die University of New Haven im Jahr 1975 hat Henry Lee einen Lehrplan für forensische Wissenschaften von Grund auf aufgebaut und 1998 das Institut für Forensische Wissenschaften gegründet, das einen tiefgreifenden Einfluss auf die Modernisierung der forensischen Systeme in den Vereinigten Staaten und sogar weltweit hatte.
Beteiligt an globalen Megafällen wie dem Angriff auf O.J. Simpson und den Terroranschlägen vom 11. September
Henry Lees forensische Karriere erstreckt sich über ein halbes Jahrhundert. Seine Arbeit führte ihn in 46 Länder weltweit, und er sagte mehr als 1.000 Mal vor Gericht aus. Er war an der Aufklärung zahlreicher aufsehenerregender Fälle beteiligt, die die Welt schockierten, darunter der Prozess gegen O.J. Simpson, die Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Attentat auf Präsident Kennedy, die Terroranschläge vom 11. September, der Amoklauf am 319. März in Taiwan, der Mordfall Pai Hsiao-yen und der Mordfall Liu Pang-you.
Ehemaliger Polizeikommissar des Bundesstaates Connecticut, der ranghöchste chinesisch-amerikanische Polizeibeamte in den Vereinigten Staaten.
Von 1998 bis 2000 war er Polizeipräsident von Connecticut und damit der erste chinesischstämmige Amerikaner in dieser höchsten polizeilichen Position auf Staatsebene in den Vereinigten Staaten. Zudem ist er Honorarprofessor an der Fakultät für Rechtsmedizin und Kriminologie der Fudan-Universität und engagiert sich für die weltweite Förderung der forensischen Ausbildung.

▲ Lee Chang-yu ist als „chinesisch-amerikanischer Detektiv“ bekannt. (Xinhua-Nachrichtenagentur)
Im Jahr 2023 urteilte jedoch ein US-Bundesrichter, dass Lee Chang-yu für die Fälschung von Beweismitteln während des Prozesses in einem Mordfall aus dem Jahr 1985 verantwortlich sei und ihm hohe Schadensersatzzahlungen drohen könnten, was damals für großes Aufsehen sorgte.
Die Beerdigung fand im kleinen Rahmen statt, es wurde kein Gedenkgottesdienst abgehalten; die Schule würdigte seine beispiellosen Verdienste.
Der Präsident der Universität von New Haven, Jens Frederiksen, würdigte in einer Erklärung Henry Lees „beispiellose“ Beiträge zur Wissenschaft und zur Strafverfolgung und sagte, sein Einfluss werde für immer bestehen bleiben.
Gemäß Lee Chang-yus Wunsch wird seine Beisetzung im kleinen Kreis stattfinden, ohne öffentliche Trauerfeier. Dem Bericht zufolge lebte der renommierte Detektiv, der einst mit wissenschaftlichen Erkenntnissen „Beweise für sich sprechen ließ“, nach dem tragischen Verlust seiner geliebten Frau im Jahr 2017 ein zurückgezogenes Leben und verstarb schließlich im Kreise seiner Familie.