
Der Yuan setzte seine Aufwertung gegenüber dem Dollar fort. Gestern lag der offizielle Wechselkurs des Yuan zum Dollar bei 6,9523, ein Anstieg um 67 Basispunkte – der stärkste Stand seit Mai 2023. Der Onshore-Yuan durchbrach die Marke von 6,93 gegenüber dem Dollar und schloss bei 6,9284, ein Plus von 117 Basispunkten gegenüber dem Vortag. Er notierte damit nahe seinem höchsten Stand seit 33 Monaten und setzte seinen jüngsten Aufwärtstrend fort.
Marktanalysten weisen darauf hin, dass die anhaltende Schwächung des US-Dollars in Verbindung mit der starken Performance des chinesischen Aktienmarktes die Risikobereitschaft erhöht hat und dass der Markt voraussichtlich bis zum chinesischen Neujahr einen stabilen bis leicht stärkeren Trend beibehalten wird.
UBS prognostiziert, dass der Anteil bis Ende des Jahres auf 6,8 % steigen könnte.
Die UBS veröffentlichte gestern einen neuen Bericht, in dem sie ihre Erwartung zum Ausdruck bringt, dass die Chinesische Volksbank den RMB weiterhin in Richtung einer stetigen Aufwertung lenken wird, und geht davon aus, dass der RMB bis Ende dieses Jahres auf 6,8 gegenüber dem US-Dollar aufwerten wird.
Der jüngste Bericht von Goldman Sachs prognostiziert zudem, dass der Wechselkurs des Renminbi zum US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten auf 6,70 steigen wird. Er geht von einer Aufwertung des handelsgewichteten nominalen Wechselkurses des Renminbi um 3 % in diesem Jahr aus.
Die LGT Private Bank geht davon aus, dass der Yuan innerhalb der nächsten drei Monate gegenüber dem Dollar auf 6,80 steigen wird. Grund dafür ist die offensichtliche Bereitschaft der chinesischen Behörden, den Yuan im Vorfeld des Besuchs von US-Präsident Trump in China aufzuwerten. Die Devisen- und Zinsexperten von LGT vermuten, dass die chinesischen Behörden eine kurzfristige Aufwertung des Yuan tolerieren könnten, da dieser weiterhin unterbewertet ist. Ein stärkerer Yuan kann die Kaufkraft im Inland stärken und Spannungen mit Handelspartnern abbauen. Ein schwächerer Dollar und eine asymmetrische Aufwertungspolitik wirken sich kurzfristig positiv auf den Yuan aus, und eine verbesserte Exportwettbewerbsfähigkeit Chinas verringert zudem die Sensibilität der Behörden gegenüber Wechselkursschwankungen.
Das Nationale Wirtschaftsforschungszentrum der Peking-Universität prognostiziert in seinem Bericht, dass das US-amerikanische Interesse an Grönland die Beziehungen zu seinen Verbündeten belasten und das etablierte internationale Kreditsystem beeinträchtigen wird. Die gehäuften China-Besuche von Südkorea, Kanada und mehreren europäischen Ländern werden sich ebenfalls positiv auf den Wechselkurs des Renminbi auswirken. Insgesamt wird jedoch mit einer Stabilität des Renminbi gerechnet. Die geringere Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank im ersten Halbjahr dürfte sich negativ auf die Wertentwicklung des Renminbi auswirken. Der Bericht prognostiziert, dass der Renminbi-Wechselkurs im Februar 2026 zwischen 6,85 und 7,05 schwanken wird.
Die Devisenreserven stiegen
Daten der Chinesischen Volksbank vom Wochenende zeigen, dass Chinas Devisenreserven im Januar um 41,2 Milliarden US-Dollar auf 3,39 Billionen US-Dollar gestiegen sind – ein neuer Höchststand seit November 2015. Die Staatliche Devisenverwaltung erklärte, der Rückgang des US-Dollar-Index und der allgemeine Preisanstieg wichtiger globaler Finanzanlagen im Januar hätten zusammen mit Wechselkursumrechnungen und Vermögenspreisänderungen zu diesem Anstieg beigetragen.
Laut CICC Foreign Exchange hat der RMB-Wechselkurs elf Wochen in Folge an Wert gewonnen, bei relativ moderater Volatilität, und auch gegenüber einem Währungskorb aufgewertet. Aus externer Sicht hat sich der US-Dollar nach einer deutlichen Abwertung im Januar stabilisiert und in der vergangenen Woche leicht erholt. Aus interner Sicht tragen saisonale Devisenausgleichszahlungen vor dem Frühlingsfest weiterhin zur Aufwertung des RMB bei. Daher hat der RMB vor dem Hintergrund eines stärkeren US-Dollars einen gewissen Aufwärtstrend beibehalten. Was die Wechselkursstabilisierungspolitik betrifft, so hat die Aufwertungsrate des Referenzkurses die des Kassakurses drei Wochen in Folge übertroffen. Da sich die absoluten Werte beider Kurse jedoch angleichen, hat sich auch die Aufwertungsrate des Referenzkurses verlangsamt, und der RMB-Wechselkurs nähert sich einer Konvergenz der drei Wechselkurse an.
Mit dem allmählichen Abklingen saisonaler Faktoren könnte sich die starke Performance des Renminbi gegenüber dem US-Dollar abschwächen, und die Entwicklung des Leitzinses sollte genau beobachtet werden. Bleiben Leitzins, Kassakurs und andere Wechselkurse im Einklang, könnte die Entwicklung des Renminbi stärker von externen Faktoren wie der Dollar-Performance abhängen. Setzt der Leitzins seinen jüngsten Aufwärtstrend fort, könnte er die weitere Aufwertung des Renminbi zusätzlich beflügeln. (Reporter Guo Zhiwen)