
Das Hong Kong Institute of Certified Public Accountants (CPA) schätzte gestern, dass die Regierung im Fiskaljahr 2025/26 ein Defizit von rund 1,4 Milliarden HK$ verzeichnen wird, hauptsächlich aufgrund fortgesetzter Investitionen in wichtige Großinfrastrukturprojekte. Das CPA geht außerdem davon aus, dass eine Erholung des Aktienmarktes die Einnahmen aus der Stempelsteuer erhöhen und somit zu einem Überschuss in der laufenden Haushaltsrechnung führen wird. Das CPA prognostiziert, dass die staatlichen Finanzreserven bis März 2026 rund 652,9 Milliarden HK$ betragen werden, was etwa zehn Monatsausgaben der Regierung entspricht.
Obwohl das Niveau der Reserven im Vergleich zu früheren Regierungsstandards niedrig ist, ist der Verband der Ansicht, dass Hongkongs Finanzlage insgesamt weiterhin solide ist. Dies umfasst Vermögenswerte des Währungsfonds in Höhe von über 4 Billionen HK$, die von der Hongkonger Währungsbehörde verwaltet werden (einschließlich der Finanzreserven), sowie ein Defizit-BIP-Verhältnis von rund 4,8 %, was eine robuste Haushaltslage widerspiegelt. Die Prognose für 2024 geht von einer Schuldenquote von rund 9 % aus; laut Regierungsangaben wird diese Quote bis 2029/30 zwischen 12 % und 16,5 % liegen – ein umsichtiges und tragbares Niveau, deutlich niedriger als in den meisten Industrieländern. In Verbindung mit der revidierten Regierungsprognose von 3,2 % realem BIP-Wachstum für 2025 und einer moderaten Inflation besteht kein dringender Anlass zur Sorge. Dennoch unterstreichen strukturelle Faktoren, die zum Defizit beitragen (wie steigende Sozial- und Gesundheitsausgaben aufgrund einer alternden Bevölkerung und die Abhängigkeit von Grundsteuereinnahmen), die Notwendigkeit proaktiver Anpassungen der Finanzpolitik, um die langfristige Tragfähigkeit zu gewährleisten.
Darüber hinaus hat das Hong Kong Institute of Certified Public Accountants Empfehlungen für den neuen Haushalt vorgelegt, darunter eine zeitlich begrenzte Befreiung von der Einreichungsstrafe (Steueramnestie) für kleine Unternehmen, Online-Shops und Key Opinion Leaders (KOLs), um die Steuerehrlichkeit zu fördern und das Steuernetz zu erweitern.
Auf einer Pressekonferenz erklärte Cheung Ying, Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Hong Kong Institute of Certified Public Accountants, dass es sich bei diesen Branchen um aufstrebende Wirtschaftszweige handle und die Betroffenen oft nicht wüssten, dass ihre Einkünfte steuerlich anzugeben seien. Sie schlug daher vor, die Regierung solle sie öffentlich daran erinnern und die Amnestiefrist auf mindestens ein Jahr verlängern.
Der Vorschlag sieht eine Anhebung des regulären Lohnsteuersatzes auf 16,5 % vor.
Darüber hinaus hat das Hong Kong Institute of Certified Public Accountants empfohlen, den Standardsteuersatz für höhere Gehälter von 16 % auf 16,5 % anzuheben oder die Einkommensgrenze für diesen Steuersatz von 5 Millionen HK$ auf 4 Millionen HK$ zu senken. Cheung Ying betonte, dass es sich dabei nicht um einen Vorschlag zur Einführung einer Vermögenssteuer handle, da die Voraussetzungen dafür deutlich höher wären. Ziel sei es lediglich, Wohlhabende zu höheren Beiträgen zu bewegen, ohne die Mittelschicht zusätzlich zu belasten.
Bezüglich des Erlasses der Grundsteuer empfiehlt der Verband einen Erlass für zwei Quartale mit einer Obergrenze von 1.200 HK$ pro Quartal (wobei eine Beschränkung auf Objekte in niedrigeren Steuerklassen erwogen wird). Zudem schlägt er vor, die Abzugsfähigkeit von Mietkosten für Wohnraum im Rahmen der Lohnsteuer auf Serviced Apartments, die unter Franchiseverträgen vermietet werden, auszuweiten. (Reporterin: Chung Xia)