Die USS Gerald R. Ford, der neueste atomgetriebene Flugzeugträger der US-Marine mit Kosten von sage und schreibe 13,2 Milliarden US-Dollar, musste nach einem Großbrand an Bord das Einsatzgebiet im Nahen Osten verlassen und zur Notfallreparatur nach Kreta, Griechenland, fahren. Bloomberg berichtete am Dienstag (24.), dass dieser Vorfall nicht nur die Abschreckungsfähigkeit des US-Militärs im Nahen Osten untergrub, sondern auch langjährige technische und Wartungsmängel dieses „teuersten Kriegsschiffs der Geschichte“ offenlegte.

Im Waschraum brach ein Feuer aus, das mehrere Hütten und Betten zerstörte.
Der Vorfall ereignete sich am 12. März, als im Wäscheraum des Achterschiffs der USS Ford, die sich auf einer Mission im Persischen Golf befand, ein Feuer ausbrach. Drei Matrosen wurden verletzt, und über 200 weitere mussten wegen Rauchvergiftung behandelt werden. Das Feuer griff auf mehrere Abteilungen über und zerstörte zahlreiche Betten. Aufgrund der schweren Schäden musste der 100.000 Tonnen schwere Koloss seinen Militäreinsatz abbrechen.
Seit Juni 2025 ist die USS Ford seit rund neun Monaten ununterbrochen auf See im Einsatz und beteiligt sich an US-Militäroperationen gegen Venezuela und Iran. Analysten weisen darauf hin, dass dieser anhaltende, intensive Einsatz die Ausrüstung und die Besatzung des Schiffes enorm belastet hat.
Pentagon-Bericht: Operative Effektivität und Zuverlässigkeit in Frage gestellt
Bloomberg hat unter Berufung auf einen aktuellen Bewertungsbericht der Testbehörde des Pentagons Fragen zur Einsatzfähigkeit der USS Ford aufgeworfen. Der Bericht weist darauf hin, dass trotz der Indienststellung des Schiffes im Jahr 2017 weiterhin zahlreiche Unsicherheiten hinsichtlich der Systemzuverlässigkeit bestehen, darunter:
Fehlende Daten für Schlüsselsysteme: Es fehlen ausreichende Kampferprobungsdaten für trägergestützte Flugzeugkatapult- und Bergungssysteme, Radarsysteme und Waffenhebevorrichtungen.
Verteidigungsfähigkeiten unbekannt: Derzeit liegen nicht genügend Daten vor, um die tatsächliche Leistung des Schiffes beim Abfangen von feindlichen Flugzeugen, Anti-Schiff-Raketen oder kleinen Angriffsflugzeugen zu bestimmen.
Konstruktionsmängel: Im Bericht wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nicht genügend Kojen an Bord vorhanden waren, um alle Besatzungsmitglieder unterzubringen, was die Lebensqualität der Offiziere und Soldaten ernsthaft beeinträchtigte.
Trumps „Kanonenbootdiplomatie“ überlastet die Marine
Der Bericht deutet darauf hin, dass US-Präsident Trump derzeit versucht, seine geopolitischen Ziele im Iran und in Venezuela durch „Kanonenbootpolitik“ zu erreichen. Der Rückzug dieses hochmodernen Flugzeugträgers aufgrund einer Beschädigung spiegelt jedoch die Materialermüdung wider, die bei der US-Militärausrüstung unter anhaltender hoher Belastung aufgetreten ist.
Das US-Verteidigungsministerium hat die Berichte noch nicht kommentiert.