Angesichts der zunehmenden Spannungen in den chinesisch-japanischen Beziehungen ist das chinesische Kapital, das den japanischen Immobilienmarkt zuvor beflügelt hatte, spürbar zurückgegangen. Jüngste Daten zeigen, dass die Preise für gebrauchte Wohnimmobilien in den sechs zentralen Bezirken Tokios, die zuvor boomten, erstmals seit über drei Jahren einen monatlichen Rückgang verzeichneten. Marktanalysten nennen zwei Hauptgründe: Neben den hohen Immobilienpreisen, die einheimische Käufer abschrecken, verfolgen chinesische Käufer aufgrund der Konjunkturflaute und politischer Faktoren eine abwartende Haltung, was zu der veränderten Marktstimmung beiträgt.

Die Nachfrage chinesischer Käufer ist deutlich zurückgegangen.
Laut Nikkei Asian Review zeigen chinesische Käufer, die einst als wichtige Stütze des Tokioter Immobilienmarktes galten, ein deutlich nachlassendes Kaufinteresse. Ein Makler von List International Realty, einer auf vermögende ausländische Kunden spezialisierten Immobilienagentur, erklärte: „Die Nachfrage aus China ist seit 2026 erheblich zurückgegangen.“ Dies ist Berichten zufolge auf Faktoren wie den Abwärtsdruck auf die chinesische Binnenwirtschaft und die anhaltend hohen Immobilienpreise zurückzuführen, die es Käufern erschweren, Verträge abzuschließen. Der Markt geht allgemein davon aus, dass die politische Unsicherheit in den chinesisch-japanischen Beziehungen auch Investoren vom chinesischen Festland vorsichtiger gegenüber Investitionen in japanische Immobilien gemacht hat.
Die Immobilienpreise geben erstmals seit 37 Monaten nach.
Laut Daten des japanischen Immobilienforschungsunternehmens Tokyo KANTEI sank der durchschnittliche Angebotspreis für eine 70 Quadratmeter große Gebrauchtwohnung in den sechs zentralen Bezirken Tokios, darunter Toplagen wie Chiyoda, Chuo und Minato, im Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,2 % auf 187,61 Millionen Yen. Obwohl der Rückgang moderat ausfiel, war dies der erste monatliche Preisrückgang auf dem Wohnungsmarkt in dieser Region seit 37 Monaten und wurde als wichtiges Signal für eine Marktveränderung gewertet.
Die Daten zeigen auch, dass die Anzahl der zum Verkauf stehenden Wohneinheiten auf dem Markt stetig zunimmt – von rund 4.200 Einheiten im Dezember letzten Jahres auf fast 4.500 Einheiten im Februar dieses Jahres. Der Anteil der zum Verkauf angebotenen Einheiten, bei denen in den letzten drei Monaten Preisnachlässe erforderlich waren, erreichte 44,1 %.
Experten: Marktrückgang während der Hochsaison ist ein ungewöhnliches Phänomen
Laut Masayuki Takahashi, leitender Analyst bei KANTEI in Tokio, sind die Immobilienpreise im Frühjahr aufgrund der traditionellen Hochsaison für Umzüge und Schulanmeldungen üblicherweise relativ stabil. Der Preisrückgang zu dieser Zeit stellt daher eine „Ausnahmesituation“ dar, die darauf hindeutet, dass Hausbesitzer ihre strengen Preisstrategien aufgrund des stagnierenden Transaktionsvolumens anpassen müssen.
Neben dem Einfluss Chinas und der nachlassenden lokalen Nachfrage trägt auch die sinkende Investitionsattraktivität zum Rückgang der Immobilienpreise bei. Analysten weisen darauf hin, dass die Mietsteigerungen mit den steigenden Immobilienpreisen nicht Schritt gehalten haben, wodurch die Mietrenditen einiger hochpreisiger Objekte unter 2 % gefallen sind und somit deren Investitionswert gesunken ist.
Trotz einer kurzfristigen Preiskorrektur verharren die Preise in den sechs zentralen Stadtbezirken auf einem historisch hohen Niveau. Die Marktmeinungen gehen auseinander: Einige erwarten stabile Preise, während andere mit einer Konsolidierungsphase rechnen, die durch Seitwärtsbewegungen oder einen leichten Rückgang gekennzeichnet sein wird.