
Der US-Dollar-Index dürfte diese Woche seinen größten wöchentlichen Rückgang seit Juni 2025 verzeichnen. Beeinflusst wird dies durch geopolitische Spannungen und die schwankende Politik der Trump-Administration. Die Marktstimmung gegenüber US-Anlagen hat sich verschlechtert, und der Devisenmarkt war von erheblicher Volatilität betroffen.
Der US-Dollar-Index notierte am 23. nahe der Marke von 98 Punkten und damit auf dem niedrigsten Stand seit über zwei Wochen. Er könnte in dieser Woche um 1 % fallen. Euro und Pfund Sterling hingegen hielten sich stabil nahe ihrer jüngsten Höchststände, was auf einen vorübergehenden Kapitalabfluss aus Dollar-Anlagen hindeutet.
Laut Bloomberg beobachten große nordische Investoren angesichts geopolitischer Spannungen eine zunehmende Besorgnis hinsichtlich der Risiken von US-Anlagen. Mehrere Pensionsfondsmanager gaben an, dies deute auf einen breiteren Kapitalabzug aus den USA hin. Auch die Risikoprämie für US-Anlagen steigt aufgrund von Bedenken hinsichtlich der US-Haushaltslage. Branchenführer der Pensionsfonds und Investmentmanager aus Finnland, Schweden und Dänemark erklärten, die Unsicherheit bezüglich der US-Außenpolitik und die hohe Verschuldung des Weißen Hauses stellten ihrer Ansicht nach eine Bedrohung für den Dollar, US-Staatsanleihen und US-Aktien dar.
Gelder fließen in Edelmetalle als sicheren Hafen.
Der Rückgang des Dollar-Index hat zu einem Anstieg der in Dollar notierten Metalle geführt, wobei Gold, Silber und Platin allesamt Rekordhochs erreichten. Rhoda, leitende Marktanalystin bei Capital.com, erklärte, das Vertrauen in die USA und ihre Vermögenswerte sei erschüttert, möglicherweise dauerhaft, was Kapitalzuflüsse in Edelmetalle auslöse.
HSBC weist darauf hin, dass es zwar einige Szenarien gibt, die potenziell in Zukunft zu einer Erholung des Dollars führen könnten, diese aber derzeit nicht in der Prognose enthalten sind.
Einige Investoren warnen zudem davor, dass die Dollarentwicklung nicht einseitig verläuft. Die nachlassende Unsicherheit, gepaart mit zunehmend günstigen strukturellen und konjunkturellen Faktoren für den Dollar, könnte zu einer erneuten Dollar-Rallye führen. Vorerst dürfte der Dollar jedoch weiterhin hinterherhinken.
Kurzfristige Schwankungen des US-Dollars können von der Risikostimmung und Kapitalströmen beeinflusst werden, während seine langfristige Entwicklung von der Geldpolitik der Federal Reserve und anderer Zentralbanken abhängt. Derzeit geht der Markt mehrheitlich davon aus, dass der Dollar auch 2026 schwach bleiben wird. Diese Erwartung basiert im Wesentlichen auf zwei Faktoren: Erstens könnten andere große Zentralbanken ihre restriktive Geldpolitik beibehalten oder unverändert lassen; zweitens könnte der neue Vorsitzende der Federal Reserve einen lockeren geldpolitischen Kurs einschlagen und dadurch den Zinsvorteil des Dollars verringern.
Powells Äußerungen nächste Woche könnten Einfluss auf die Entwicklung des Dollars haben.
Der Markt wird sich anschließend auf US-Wirtschaftsdaten und geldpolitische Signale der Federal Reserve konzentrieren, um die mittel- bis langfristige Entwicklung des US-Dollars zu bestimmen. Nächste Woche gibt die Federal Reserve ihre Zinsentscheidung bekannt. Der Markt erwartet, dass sie den Zielkorridor für den Leitzins bei 3,5 % bis 3,75 % beibehält. Im Anschluss daran wird Fed-Chef Powell eine Pressekonferenz abhalten, um geldpolitische Signale zu geben. Händler sollten auf unerwartete Aussagen im Zusammenhang mit der Zinsentscheidung der Fed und Powells Rede achten, da diese erhebliche Volatilität beim US-Dollar, US-Aktien und anderen Währungen auslösen könnten. (Gan Ming)