
Am 26. fiel der US-Dollar gegenüber allen wichtigen Währungen, der US-Dollar-Index erreichte einen Tiefststand von 97,12. Der US-Dollar-Index verzeichnete letzte Woche seinen größten Tagesverlust seit Mai des Vorjahres.
Devisenanalysten sagen, der Hauptgrund für den Rückgang des Dollars sei, dass die Federal Reserve Bank of New York am vergangenen Freitag den Markt nach Zinssätzen gefragt habe, was Spekulationen darüber auslöste, dass die Vereinigten Staaten Japan bei einer Intervention in den Yen-Wechselkurs unterstützen könnten.
Der Dollar fiel gegenüber dem Yen um 1 % auf 154,14. Die asiatischen Währungen legten im Allgemeinen zu: Der malaysische Ringgit stieg auf den höchsten Stand seit 2018, der südkoreanische Won erreichte den höchsten Stand seit fast drei Wochen, und auch der Singapur-Dollar erreichte den höchsten Stand seit 2014.
Derzeit beobachtet der Markt genau, ob der USD/JPY-Wechselkurs sich erneut der Marke von 160 annähern wird und ob die USA und Japan substanzielle koordinierte Maßnahmen ergreifen werden. Angesichts der anhaltenden Divergenz der globalen Geldpolitik und der Unsicherheit hinsichtlich der japanischen Haushaltslage stehen die Stabilität des Yen-Wechselkurses und des Marktes für Staatsanleihen weiterhin vor großen Herausforderungen.
Gareth Berry, Stratege bei der Macquarie Bank in Singapur, erklärte, dass eine Intervention der New Yorker Federal Reserve den Yen-Kurs weiter steigern würde. Japan verfüge über große Dollarbestände, die es verkaufen könne, während die Fed unbegrenzt Dollarreserven habe. Der Markt werde dies zudem als Trumps Wunsch nach einem schwächeren Dollar interpretieren. Strategen von Bloomberg wiesen darauf hin, dass die Motivation für den Yen-Kurs aufgrund seiner indirekten Verbindung zu US-Staatsanleihen klar sei.
Einige Analysten schätzen die aktuelle US-Staatsverschuldung auf bis zu 38 Billionen US-Dollar, wobei die jährlichen Zinszahlungen für Anleihen über eine Billion US-Dollar betragen und damit mehr als 20 % der US-Staatseinnahmen ausmachen. Die stetig steigende US-Staatsverschuldung hat Zweifel an der Glaubwürdigkeit des US-Dollars aufkommen lassen. Der Verkauf von US-Staatsanleihen und die zunehmenden Goldreserven vieler Zentralbanken zur Erhöhung des Goldanteils ihrer Währungen spiegeln ebenfalls das Misstrauen des internationalen Kapitals gegenüber der Kreditwürdigkeit des US-Dollars wider.