
Der Rückgang der Gold- und Silberpreise hat sich noch nicht stabilisiert. Der Goldpreis fiel gestern Morgen (6.) auf bis zu 4.655 US-Dollar, erholte sich dann aber wieder auf 4.800 US-Dollar, wodurch der Jahresgewinn auf 11 % schrumpfte. Der Silberpreis fiel zwischenzeitlich auf 64 US-Dollar, erholte sich dann aber wieder auf 71 US-Dollar und machte damit die bisherigen Jahresgewinne zunichte.
Gestern notierte der internationale Goldpreis während der europäischen Handelssitzung bei 4.870,29 US-Dollar pro Feinunze, ein Plus von 2,01 %. Nach einem deutlichen Rückgang von 3,8 % am Vortag verzeichnete der Goldpreis heute zunächst einen starken Einbruch, stabilisierte sich jedoch und erholte sich nach einem Tiefstand von rund 4.646,28 US-Dollar, bevor er in einen schwankenden Aufwärtstrend überging. Insgesamt wurde der Anstieg durch die Nachfrage nach sicheren Anlagen und eine moderate Abschwächung des US-Dollars gestützt, wodurch ein Teil der Verluste der asiatischen Handelssitzung wettgemacht wurde. Seit dem 30. Januar haben sich die Goldpreise von ihren Höchstständen erholt und befinden sich aktuell in einer Konsolidierungsphase, das Interesse der Anleger bleibt jedoch hoch.
Die meisten etablierten Institutionen gehen von einem kurzfristigen Kursrückgang aus, der eher eine emotionale Reaktion als das Ende des Bullenmarktes darstellt. Einige Institutionen betonen jedoch, dass der Goldpreis zwar 2026 erheblichen Schwankungen unterliegen wird, aber weiterhin Aufwärtspotenzial besteht. JPMorgan Chase hat seine Goldpreisprognose für Ende 2026 auf 6.300 US-Dollar pro Unze angehoben und begründet dies mit der anhaltend starken Nachfrage von Zentralbanken und Investoren. Die weltweiten Goldkäufe der Zentralbanken erreichten 2025 863 Tonnen und werden voraussichtlich 2026 auf rund 800 Tonnen steigen, was auf einen anhaltenden Trend zur Diversifizierung der Reserven hindeutet. Gleichzeitig steigen die Bestände an Gold-ETFs, die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen bleibt hoch, und die Investorennachfrage nach Gold als Absicherung gegen makroökonomische und regionalpolitische Risiken übertrifft weiterhin die Erwartungen.
JPMorgan Chase prognostiziert für Gold eine breite Handelsspanne, die sich über mehrere Monate erstrecken könnte. Der Goldpreis bewegt sich dabei über der Unterstützungszone von 4264 bis 4381 US-Dollar und unter der Widerstandszone von 5100 bis 5150 US-Dollar. Der langfristige Trend der Währungsabwertung bleibt bestehen; solange der Dollar-Index unter 100 notiert, stützt das schwache Dollarumfeld weiterhin die langfristig positive Entwicklung für Edelmetalle und Rohstoffe.
Gold ist ein wichtiges Finanzgut im Entdollarisierungsprozess.
Einige Analysten sind der Ansicht, dass der Markt bei steigenden Gold- und Silberpreisen keinen signifikanten Vermögenseffekt auf die Realwirtschaft verbuchte. Die aktuelle Korrektur fällt im Vergleich zu früheren Kursgewinnen nicht besonders dramatisch aus, und die Anleger sind breit gestreut und nicht auf wenige Großinvestoren oder systemrelevante Finanzinstitute konzentriert. Daher ist es unwahrscheinlich, dass es zu großflächigen Zahlungsausfällen kommt. Besorgniserregender ist derzeit die Situation auf Unternehmensebene, beispielsweise die übermäßige Verschuldung bei der Haltung von Vermögenswerten, als die Stabilität des gesamten Finanzsystems. Ein starker Preisverfall wird zwar das Marktvertrauen sicherlich beeinträchtigen, dürfte aber kaum einen Teufelskreis des Abwärtstrends auslösen.
Gold ist nach wie vor in erster Linie ein Finanzanlagegut und gilt im Kontext der Entdollarisierung als besonders wichtiges Finanzanlagegut. Seine langfristige Positionierung ist relativ klar, und trotz Schwankungen ist es insgesamt relativ stabil.
Die mittel- bis langfristige Wertentwicklung von Silber dürfte sich nicht allzu schlecht entwickeln, allerdings wird die Volatilität deutlich höher sein als die von Gold. Dies liegt an den industriellen Anwendungen und den spekulativen Eigenschaften von Silber. In den letzten Jahren haben immer mehr Anleger Silber eher als Instrument zur Spekulation auf Preisschwankungen denn als traditionellen sicheren Hafen betrachtet, was naturgemäß zu einer höheren Volatilität führt. (Reporter Guo Zhiwen)